Frühmittelalter

Jenseits von Scandza: Die Wiederentdeckung der altsächsischen Welt

Als ich vor etwas über zwei Jahren das “Roter Geysir”-Projekt gestartet habe, ging es mir vor allem darum, archäologische Funde und Inhalte, die bislang kaum öffentlich bekannt sind, in den Vordergrund zu rücken. Es gibt unzählige, sehr spannende Themen, die praktisch nie die akademischen Welt verlassen; und dass obwohl es viele Menschen gibt, die sich dafür interessieren würden. Das liegt zum einen natürlich an der erschwerten Zugänglichkeit von Fachartikeln (was kann man wo finden?

Eine altsächsische Wodan-Darstellung nördlich von Bremen

Nordwestlich von Bremen, direkt an der Mündung der Hunte in die Weser, befindet sich die Stadt Elsfleth (siehe Karte Abb. 1), die unter Archäologen seit einigen Jahren für Aufmerksamkeit sorgt. Dort, auf einem unscheinbaren Acker im Bereich des ehemaligen Uferwalls treten in regelmäßigen Abständen äußerst interessante Funde zu tage. Neben einer großen Menge Keramik sind es insbesondere die zahllosen Metallfunde, die den “Hogenkamp” genannten Fundplatz auszeichnen. Einer der beeindruckendsten Funde der letzten Jahre ist ein silberner Gürteldorn mit einer auf den ersten Blick unscheinbar wirkenden Gesichtsdarstellung (Abb.

Frühe Thorshammer-Anhänger außerhalb Skandinaviens

Die Thorshammer-Anhänger der Wikingerzeit sind vermutlich die bekanntesten und beliebtesten Hinterlassenschaften der heidnischen Vorzeit überhaupt. Sie werden heute von Millionen Menschen weltweit getragen, sei es als Zeichen der Verbundenheit mit der nordischen Tradition oder als einfache Schmuckstücke. Zu den bekanntesten Thorshämmern zählen zweifelsohne die beiden aus Hortfunden des 10. Jahrhunderts stammenden Anhänger von Bredsättra (Öland) und Erikstorp (Östergötland) sowie der Thorshammer aus Skåne, der ohne genauen Fundort überliefert ist. Alle drei Anhänger wurden aus getriebenem Silberblech hergestellt und sind mit ihrer aufwendigen, detaillierten Verzierung durchaus einmalig (siehe Abb.

Eine Karte der Sachsenkriege

Die Sachsenkriege waren nicht nur ein äußerst brutales, sondern auch ein ziemlich komplexes Kapitel norddeutscher Geschichte (mehr dazu hier). Um bei der Vielzahl der Ereignisse den Überblick zu wahren, bedarf es daher einer Karte, die die vielen historischen Schauplätze übersichtlich darstellt. Bislang sucht man jedoch eine solche detaillierte Karte in den Weiten des Internets (sowie in vielen Fachbüchern) vergeblich. Aus diesem Grund habe ich diese Karte erstellt und zwecks eines freien Austausches unter der Creative Commons Lizenz by-sa 4.

Heidnisch-sächsischer Widerstand gegen die Mission von Karl dem Großen

Deutsche Übersetzung von Markus Nicklas des in englischer Sprache in der Zeitschrift_ Pomegranate (13.1, 2011) erschienenen Aufsatzes von_Prof. Carole Cusack (University of Sydney):1 Pagan Saxon Resistance to Charlemagne's Mission: “Indigenous” Religion and “World” Religion in the Early Middle Ages (Originaltext hier abrufbar) Kurzfassung Was über das Zusammenspiel von Heidentum und Christentum im Mittelalter “bekannt” ist, wird mit jedem neuen akademischen Beitrag problematischer. Kürzlich ist es modisch geworden zu behaupten, dass nichts von der früheren mündlichen Tradition der Heiden bekannt sein kann, da alles, was übrig bleibt, christliche Texte sind, die vom christlichen Klerus geschrieben wurden, der sich dabei auf biblische Modelle von kanaanäischem “Götzendienst” bezog, um das Heidentum der mittelalterlichen Völker wie der Angelsachsen und Friesen – von deren Religion die Christen nichts wussten – darzustellen.