Griechenland erkennt Hellenismus als Religion an

Akropolis

Fast zwanzig Jahre und mehrere hundert Protestbriefe nach Gründung des Obersten Rats der ethnischen Hellenen (YSEE) in Griechenland hat der griechische Staat die polytheistisch vorchristliche Religion im April 2017 nun offiziell anerkannt.  Das orthodoxe Christentum ist laut griechischer Verfassung Staatsreligion. Rund 97% aller Griechen bekennen sich dazu. Die praktizierenden Heiden sahen sich bisher Diskriminierung und allgemeiner Benachteiligung ausgesetzt. So war der Erwerb von Land und der Bau von religiösen Stätten ebenso unmöglich wie das Abhalten von Hochzeitszeremonien. Der YSEE berichtet sogar von Beleidigungen und Anfeindungen bis hin zu Morddrohungen.

Derzeit folgen nach Angabe des Verbandes rund 2000 Griechen den Traditionen des Hellenismos. Der Anerkennung als Religion soll nun die Anerkennung als öffentliche Institution folgen. Im Falle einer Verweigerung durch den griechischen Staat wolle man die Sache vor den europäischen Gerichtshof für Menschenrechte bringen, so der Sekretär des YSEE. Neu wäre die europäische Ebene dem Dachverband nicht – der YSEE war am Aktionsprogramm zur Bekämpfung von Diskriminierung der Europäischen Union beteiligt (2001-2006).

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2 Antworten

  1. Nebel sagt:

    Schön zu hören! 🙂

  2. karlheinz Engel sagt:

    Mir wurde sogar bereichtet, daß es Brandanschläge auf Buchhandlungen gegeben habe. In Griechenland ist das Verhältnis von Heiden und Christen bei weitem nicht so friedlich wie hier.