Asen

Eine altsächsische Wodan-Darstellung nördlich von Bremen

Nordwestlich von Bremen, direkt an der Mündung der Hunte in die Weser, befindet sich die Stadt Elsfleth (siehe Karte Abb. 1), die unter Archäologen seit einigen Jahren für Aufmerksamkeit sorgt. Dort, auf einem unscheinbaren Acker im Bereich des ehemaligen Uferwalls treten in regelmäßigen Abständen äußerst interessante Funde zu tage. Neben einer großen Menge Keramik sind es insbesondere die zahllosen Metallfunde, die den “Hogenkamp” genannten Fundplatz auszeichnen. Einer der beeindruckendsten Funde der letzten Jahre ist ein silberner Gürteldorn mit einer auf den ersten Blick unscheinbar wirkenden Gesichtsdarstellung (Abb.

Wodan und die skandinavischen Kriegsfürsten

Die überragende Rolle Wodans als Allvater der altnordischen und insbesondere eddischen Überlieferung ist heute für die meisten eine Selbstverständlichkeit, eine altbekannte Tatsache. Doch genau wie sich das Heidentum im Laufe der Jahrhunderte immerzu in Symbiose mit Kultur und Gesellschaft verändert hat, so war auch die Rolle des Wodans im steten Wandel. Wie aber wurde er zu dem alfǫðr Óðinn der späten Wikingerzeit und wie war seine Stellung in den Jahrhunderten davor?

Im Gespräch mit Rudolf Simek

Als Koryphäe in Fragen der älteren Germanistik ist Prof. Dr. Rudolf Simek spätestens seit dem “Lexikon der germanischen Mythologie” und dank der viel beachteten Entstehungsgeschichte um den Film “Mara und der Feuerbringer” von Tommy Krappweis mittlerweile auch einem jüngeren Publikum bekannt. Seine Veröffentlichungen über Germanen und Wikinger gehören international zu den Standardwerken. Nach dem Erscheinen der zweiten Auflage des Buches “Religion und Mythologie der Germanen” im Jahr 2014 kam Prof. Simek abermals ins Gespräch, nachdem er sich im Rahmen des Vorwortes kritisch über moderne Bewegungen des germanischen Neuheidentums geäußert hatte.